Geschichte der Palmkirmes Recklinghausen

Dosen werfen, Zuckerwatte essen und Riesenrad fahren: Die Palmkirmes Recklinghausen ist jedes Jahr ein besonderes Ereignis im Veranstaltungskalender der Stadt Recklinghausen. Als größte Frühjahrskirmes in Nordrhein-Westfalen gibt sie traditionell den Startschuss für die Kirmessaison und sorgt für jede Menge Spaß und Adrenalin. Mit rund einer Millionen Besuchenden zählt sie heute zu den meistfrequentierten Kirmessen im Ruhrgebiet.

Begonnen hat alles vor circa 620 Jahren, als auf dem kleinen Altstadtmarkt im Herzen von Recklinghausen das christliche Fest zu Palmsonntag, dem letzten Sonntag vor Ostern, gefeiert wurde. Zahlreiche Händler*innen und Kaufleute erschienen. Das Publikum wurde von Gaukler*innen und Zaubernden unterhalten und die anwesenden Besucher*innen erfreuten sich an Speisen, Getränken und kleinen Kostbarkeiten.

Schnell wurde aus dem gut besuchten Fest ein Jahrmarkt, zu dem Bürger*innen und Spielleute aus dem ganzen Kreis eilten, um sich auf den Frühling vorzubereiten: Sie kauften Geräte für die Ackerbestellung, Stoffe für neue Kleider und flanierten gemütlich durch die Stadt.

Zwei Unterbrechungen erlebte die Palmkirmes in Recklinghausen zwischen den Jahren 1891 und 1935 sowie zwischen 1939 und 1949. Ansonsten feierten die Bürger*innen aus Recklinghausen und Umgebung wie gewohnt drei Tage lang in der Altstadt und den anliegenden Wällen ihr traditionelles Fest.

Als in den 1950er-Jahren der Verkehr und die Infrastruktur im Stadtkern wuchs, wurde die bisher genutzte Fläche zu klein. Die Kirmes zog um auf das Saatbruchgelände in Recklinghausen Hillerheide und wurde an ihrem neuen Standort 1956 erstmalig eröffnet. Im darauffolgenden Jahr gab es eine weitere Änderung: Die Kirmes fand nicht wie gewohnt drei, sondern von da an neun Tage lang statt.

Höher, schneller, weiter: Seit den 70er-Jahren ermöglichen innovative Techniken besondere Fahrerlebnisse auf Achterbahnen und Rundfahrgeschäften. Die Attraktionen auf der Palmkirmes wurden immer ausgefallener und lockten zahlreiche Besucher*innen an. In den 80er-Jahren begeisterte schließlich die erste transportable Loopingachterbahn tausende Kirmesgänger*innen. Die Schlange an der Kasse war damals mehrere Dutzend Meter lang.

Ende der 90er-Jahre war es so weit: Im Siegeszug des Internes erhielt die Palmkirmes als eines der ersten Volksfeste bundesweit eine eigene Homepage im Netz. Damals besaß gerade mal jede*r 20. Bürger*in einen Internetanschluss.

Seit 2009 beginnt die Palmkirmes auf einem Freitag und dauert somit zehn Tage.

Heute bieten über 170 Fahrgeschäfte, Belustigungen, Schießgeschäfte, Ausspielungen, Verkaufsgeschäfte, Imbiss- und Ausschankbetriebe mit fast 2.000 Frontmetern Unterhaltung, Spaß und Nervenkitzel für jedes Alter. Höhepunkt ist das Abschlussfeuerwerk, das traditionell an Palmsonntag stattfindet.

Überzeugt euch selbst, wir freuen uns auf euren Besuch!